All about two of us

Willst du mit mir gehen?

willst-du-mit-mir-gehenKennt ihr noch den Zettel auf dem drauf stand:

Willst du mit mir gehen?

O       Ja
O      Nein
O      Vielleicht

OK, das kennen wahrscheinlich nur noch Menschen ab 40 aufwärts.

Wie ist das eigentlich heute?
Gibt es das überhaupt noch? Man schreibt doch nicht mehr auf Zettel. Man kommuniziert doch fast nur noch über das Handy. Und schreibt man sich dann diese Frage? Oder fragt man das heute nicht mehr?

Ich vermisse eigentlich die “alten Zeiten” zumindest in dieser Beziehung.
Man wusste von Anfang an, wann eine Beziehung begann. Man wusste, dass man zusammen ist und man wusste auch, wenn die Beziehung beendet war. Man ist dann nämlich zu dem Anderen gegangen und hat gesagt: “Es ist Schluß mit uns”

Heute ist das irgendwie ganz anders.

Es beginnt schon damit, dass man in den meisten Fällen, wenn wir ehrlich sind, gar nicht weiß, wann die Beziehung begonnen hat. Bzw. ob man überhaupt eine Beziehung hat.
Fängt die Beziehung an, wenn man sich das erste Mal küsst, wenn man das erste Mal Sex hat oder erst nach Ablauf einer gewissen “Probezeit”

Wenn ich ehrlich bin, verwirrt mich das Ganze.

Vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für solche “Spiele”. Oder bin ich gar nicht zu alt? Sondern habe ich einfach nur andere Wertmaßstäbe?
Mit Wertmaßstäben meine ich, dass ich nur jemanden küsse, den ich auch lieb habe. Mit jemandem Sex habe, der mir auch etwas bedeutet und mit dem ich eine Beziehung habe.
Und diese Beziehung vom ersten Tag an habe, wenn ich ihn küsse. Ohne wenn und aber. Ohne noch gleichzeitig anderweitig “herumzusuchen” ob ich nicht etwas “besseres” finde.
Ohne, dass ich  “Das Ganze” nur halbherzig lebe, weil ich mich ja gefühlt in der “Probezeit” befinde (so nach dem Motto: soll der Andere sich doch erstmal anstrengen, und ich schaue dann, ob ich mit ihm eine Beziehung führen will …)
Ohne, dass ich mein Leben als Single weiterlebe und mich mit dem Anderen nur dann treffe, wenn ich gerade Lust habe oder gerade nichts besseres vorhabe.
Ohne dass ich meine Zeit verplane, ohne es mit dem Anderen abzusprechen, so als ob er keine Rolle in meinem Leben spielen würde.
Ich mache das auch, weil ich meinen neuen Partner lieb habe, weil er mir wertvoll ist. Und da steckt es schon in dem Wort. Er hat einen Wert für mich. Und zeige ihm auch, welch hohen Wert er für mich hat, weil ich das auch so fühle.

Ich denke, diese Halbherzigkeiten, dieses verlagern, dass sich nur einer “bemühen” muss, dieses ständige suchen nach der “perfekten” Beziehung, (die es wahrscheinlich gar nicht gibt, bzw. mit zunehmenden Alter auch gar nicht mehr möglich ist, da jeder Mensch seine Eigenheiten hat, seine Verletzungen in sich trägt und genau weiß was er will und was nicht) machen es unmöglich zu definieren, ob man sich in einer Beziehung befindet oder nicht.
(Sie machen es auch ehrlich gesagt schon schwer, dass die Beziehung überhaupt entstehen kann)

Das ist mir öfters aufgefallen, wenn mir eine Frau oder ein Mann als Bekannte(r) vorgestellt wurde und ich wusste, dass diese 2 Menschen schon Zeit miteinander verbracht hatten, Sex miteinander hatten.
Oder, wenn ich mal die Frage stellte: Ist das dein Freund/Freundin, ich die Antwort bekommen habe:
Nein. Wir schauen erst Mal. Also im Bett funktioniert es schon gut ….

HÄÄÄÄÄÄHHHHHH ????? Was ist er/sie dann????

Und dann, wenn man sich trotz all dieser Hindernisse in einer Beziehung befindet, woher bemerkt man, dass sie vorbei ist?
Wird heute noch wirklich “Schluss gemacht”?
Heutzutage, fängt man doch an sich voneinander zu entfernen. Immer mehr alleine zu machen. Sich nicht mehr mit dem Partner abzusprechen. Sich mit anderen “potentiellen neuen Partner” zu daten. Und erst wenn man was Neues hat, oder man sich endgültig voneinander entfernt hat, dann ist diese Beziehung beendet. Manchmal nicht mit einer Aussprache oder einem Paukenschlag. Sondern einfach so.
Leise. Schleichend.
Und plötzlich ist man getrennt. Keiner weiß wann es passiert ist.
Manchmal weiß es sogar nur Einer und der Andere glaubt immer noch in der Beziehung zu sein ….

Mich macht sowas auch irgendwo traurig.
Es geht immer mehr das “Wir” verloren.
Wo ist der Wunsch, gemeinsam zu versuchen eine Beziehung zu führen.
Von Anfang an.
Vielleicht auch mit den Worten:
“Ich möchte gerne mit dir zusammen sein” oder mit “Wollen wir es miteinander versuchen?”
So, dass die Beziehung auch überhaupt eine Chance hat.
Weil es BEIDE wollen.
Und mit wollen meine ich WOLLEN !!! nicht versuchen …

Nennt mich altmodisch, aber:
“Willst du mit mir gehen”
So einfach war Liebe früher.

Und so schwer ist sie heute ….

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