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Was bleibt von 2020 im Gedächtnis?

Silvester 2020

Was nehmen wir mit, aus einem Jahr, in dem von heut auf morgen alles anders war?

 

Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich dieses Jahr schreibe.
Ein Jahr, das für jeden von uns anders kam, als er es je gedacht hätte.
Ich kann nicht für andere sprechen.
Ich kann nur meine Erfahrungen aus diesem Jahr mitteilen.
Und ich kann sagen, was ich für mich gelernt habe.
Nicht unbedingt, wegen der Situationen denen wir alle ausgesetzt waren.
Auch dadurch, dass ich mir viel Zeit nehmen konnte, bzw. auch durch die Umstände musste, um nachzudenken, Revue passieren lassen konnte, Erkenntnisse für mich ziehen konnte.

 

Familie und was sie mir bedeutet

Als Mutter bin ich wahrscheinlich nicht so ganz objektiv.
Aber in dieser Zeit wurde es mir wieder bewusst, wie wichtig mir meine Kinder sind.
Was für wundervolle Menschen sie geworden sind und wie dankbar ich für sie bin.
Wie lustig, sozial, hilfsbereit, emotional, intelligent und empathisch sie sind.
Und wie schön jeder einzelne Moment mit ihnen ist.
Und ich habe meine wunderbare Großtante kennen gelernt.
Sie lebt in Wien und als wir kleine Kinder waren, reisten wir sehr oft zu ihnen.
Leider ist der Kontakt durch die Jahre abgebrochen.
Aber Anfang des Jahres, trafen wir uns wieder.
Und es ist einfach so, dass manche Bande nie getrennt werden.
Ich habe in ihr eine großartige Freundin, gefunden.
Wir hatten so viele lustige, interessante und auch nachdenkliche Stunden zusammen.
Sie hat mir auch viel geholfen.
Und ihr Essen ist urlecker.
Ich wünsche mir von ganzen Herzen, dass wir noch viele Jahre gemeinsame Zeiten verbringen dürfen.
Eine schöne Perspektive, die es uns möglich macht, uns richtig gut kennen zu lernen und mir die Chance von ihr noch viel zu lernen.
Ich bewundere ältere Menschen, die in ihrem Leben viel durchgemacht, erreicht und erlebt haben. Es prägt sie auf eine einzigartige Weise. Und manchmal gibt uns das Leben einen Gelegenheit, diese Erfahrungen zu teilen, um sie dann noch lange weiter tragen zu können.

 

Meine Freunde auch auf die Distanz

Ich habe tolle Freunde und Freundinnen.
Und kann mich glücklich schätzen sie zu meinen Freunden zu zählen.
Manche konnte ich nur telefonisch erreichen, da wir durch die Lockdown in verschiedenen Ländern nicht reisen konnten oder unterschiedlichen Auflagen unterlagen.
Und auch wenn man sich nicht viel sehen konnte, so war man füreinander da.
Versuchte sich zu helfen.
Trost zu spenden, Hilfe zu geben oder einfach nur zu reden.
Wir hatten einander und wenn die Eine mal schlecht drauf war, so konnte die Andere es ertragen und mit ihr den Weg gehen, dass es dann wieder besser wurde.
Man musste sich nicht verstellen, man konnte ehrlich sein und auch in manchen Momenten sehr schwach.
Meine Freunde sind ein unsichtbares Netz.
Wir lachen miteinander, wir helfen einander, wir unterstützen uns gegenseitig und wir fangen uns gegenseitig auf, wenn Eine oder Einer gerade am straucheln ist.
Danke für eure wundervolle Freundschaft❤️

 

Meine Vergangenheit und wo sie war und wo sie ist.

Die letzten Jahre, war meine Vergangenheit, immer sehr stark in meiner Gegenwart.
Ich versuchte mich seit 4 Jahren von ihr zu lösen.
Von alten Lieben.
Alten Verletzungen aus meiner Kindheit
Alten Selbstzweifeln
Alten Schuldgefühlen
Ich war immer mal emotional weiter und bin dann durch eine Welle, wieder auf das Meer hinausgetrieben worden.
Ich hatte versucht gegen diese Wellen anzuschwimmen.
Anstatt mich von ihnen hinaus treiben zu lassen, meine Energie zu schonen um dann wenn sie weg sind, einfach mit neuer Kraft zum Ufer zu schwimmen.
Und genau das habe ich dieses Jahr für mich erkannt.
Auch wenn eine Welle kam.
Ich habe sie über mich ergehen lassen und mich auf ihr treiben lassen, Kräfte geschöpft um danach energiegeladen wieder los zu schwimmen.

In meiner eigenen Persönlichkeit

Ich habe Angriffe nicht mehr persönlich genommen.
Sondern als das was sie waren:
Eine Reflexion der Persönlichkeit derer, die versucht hatten mich anzugreifen.
Ich war deswegen nicht weniger wert, oder war das was mir vorgeworfen wurde, oder was dem oder der an mir nicht passte.
Ich musste nicht an mir zweifeln
Und auch das hatte ich verinnerlicht.

In meinem Gefühlsleben

Und ich habe erkannt, dass eine Liebe, die einseitig ist.
In der nur ich gebe,
In der ich der Problemlöser bin,
In der ich für die Unterhaltung sorge,
In der ich das Gute-Laune-Programm bin,
In der ich nicht schwach sein kann,
In der ich nicht aufgefangen werde,
In der wir nicht wirklich Teil unserer gegenseitigen Leben sind,
keine Liebe ist, die aus der Vergangenheit in meine Zukunft gehen wird.

Manche Gefühle werden immer in meinem Herzen bleiben.
Viele gemeinsame wundervolle Momente und glückliche Stunden ebenfalls.
Aber manchmal muss man sich von Menschen verabschieden.
Für eine Beziehung gehören immer Zwei.
Egal ob Freundschaft oder Liebe.
Und auch egal, wie gut man eigentlich, wenn es beide versuchen würden, zusammen passen würde.

Um Halt zu haben im Leben braucht es die Hände beider Partner die sich gegenseitig festhalten wollen um die anderen Hände für die gemeinsame Zukunft frei zu haben.
Nur dann wird aus einer gemeinsamen Vergangenheit eine gemeinsame Zukunft

 

Und ich bin dankbar

Dankbarkeit ein Wort, dass ich in diesem Jahr gelernt habe mehr denn je zu schätzen.
Ich war schon immer dankbar.
Mir war klar, dass alles was mir in meinem Leben passiert, und sei es auch nur Kleinigkeiten nicht selbstverständlich sind.
Und ich bedanke mich regelmäßig bei dem Universum dafür (hört sich sicher für viele etwas zu esoterisch an, aber auch das bin ich zum Teil)
Dankbarkeit und Demut.
Zwei starke Worte, die viele von uns leider vergessen haben, oder denen sie nie in ihrem Leben einen Platz gegeben haben.
Die jedoch tief in unseren Herzen verankert sein sollten.
Aber vielleicht geben wir ihnen dieses Jahr einen Raum, wenn wir mal ganz genau darüber nachdenken, was denn auch positives passiert ist.
Jede noch so kleine Kleinigkeit.
Schreibt es euch auf.
Jetzt und hier.
Schreibt ohne nachzudenken.
Fokussiert euch auf all das wofür ihr in eurem Leben dankbar seid.
Und nächstes Jahr, nehmt euch kleine Zettel oder ein Buch und schreibt jeden Tag einen Punkt auf, für den ihr dankbar seid.

Und ihr werdet merken wie viele kleine Momente, wir unbemerkt verstreichen lassen, wofür wir dankbar sein können und die uns dadurch glücklicher machen.
Jeden Tag ein bisschen mehr.

 

Eine Regel in diesem Jahr um Corona zu besiegen, war das Stoßlüften der Räume

Lasst uns dieses Jahr nicht nur unsere Räume durchlüften sondern auch unsere Leben.
Dann können wir vielleicht ohne Ballast in das neue Jahr 2021 starten.
Ich wünsche euch allen da draussen, dass es euch gelingt und ihr so glücklich werdet, wie es ihr schon lange vergessen habt, dass ihr es sein könnt.

 

Wir müssen bereit sein,
uns von dem Leben zu lösen,
das wir geplant haben,
damit wir in das Leben finden,
das auf uns wartet.

-Oscar Wilde-

 

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